Gigaset GS4 Senior im Test

Das Gigaset GS4 Senior ist für 279 Euro erhältlich.© connect

Pro
handliches und schnörkelloses Design
ausführliches Benutzerhandbuch erklärt die Grundlagen
Schutzhülle im Lieferumfang
Benutzeroberfläche mit großen Symbolen und Buchstaben für ältere Menschen angepasst
Rückseite kann individualisiert werden
2 x Nano SIM + micro SD
austauschbarer Akku
kabelloses Aufladen mit bis zu 15 Watt
USB-C-Buchse optional mit Magnetanschluss

Contra
schwache technische Basis mit Low-End-Prozessor und knappem Speicher
relativ dick und schwer

Fazit

Das GS4 Senior punktet nicht mit der technischen Basis, aber mit einer angepassten Benutzeroberfläche und es lässt sich – das entsprechende Zubehör vorausgesetzt – sehr bequem kabellos aufladen. Zudem bietet es bei Bedarf den vollen Funktionsumfang der Android-Plattform. Von uns gibt es dafür eine klare Empfehlung.

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Unternehmen wie Xiaomi oder Samsung bauen Smartphones für den Massenmarkt. Weil sie in großen Stückzahlen produzieren, können sie günstig Bauteile einkaufen und so den Endpreis niedrig halten. So niedrig, dass kleinere Hersteller nur schwer mithalten können. Was tun? Eine Strategie ist es, Nischen zu besetzen, die für die „Großen“ zu klein sind. Der deutsche Traditionskonzern Gigaset macht es gerade erfolgreich vor: Man produziert Smartphones, die anders sind als der Mainstream, weil sie andere Schwerpunkte setzten. Ein aktuelles Beispiel ist das GS4 Senior.

Hier steht nicht die technische Ausstattung im Vordergrund, etwa eine hochauflösende Kamera. An erster Stelle stehen die Bedürfnisse älterer Menschen. Die wollen schließlich auch am technischen Fortschritt teilhaben, stehen aber vor dem Problem, dass sie nicht so versiert im Umgang mit neuen Technologien sind. Corona hat diese Entwicklung noch verstärkt, denn: Wenn der Enkel oder die Enkelin nicht zu Besuch kommen kann, dann möchte man sie doch wenigsten digital sehen, per WhatsApp oder Skype.

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Schlicht in Schwarz und mit Glas auf der Rückseite: Das GS4 fühlt sich gut an und ist sauber verarbeitet.© connect

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Extragroße Schriften und Symbole

Es geht also darum, es der älteren Generation so einfach wie möglich zu machen. Dem GS4 Senior liegt daher neben der Standardanleitung ein sogenanntes Trainingsbuch bei, das die Grundlagen der Benutzeroberfläche sehr ausführlich beschreibt. Mit Android hat sie nicht mehr viel gemeinsam, vielmehr wird hier Wert auf große Schrift und eindeutige Symbole gelegt. Der Startbildschirm ist in sechs Kacheln unterteilt, die sich individuell anordnen lassen und zu den wichtigsten Anwendungen wie Kamera oder Telefon führen.

Unten rechts findet man Symbole für das Einstellungsmenü und für den Notruf. Damit kann man schnell Hilfe rufen: Neben der bereits eingespeicherten Notrufnummer 112 können hier auch persönliche Nummern hinterlegt werden, das GS4 Senior wählt alle nacheinander an, solange bis ein Kontakt hergestellt ist. Das Smartphone kann auch Notfall-SMS an zuvor festgelegte Nummern mit einer vorformulieren Nachricht senden, einschließlich des aktuellen Standorts.

Der Fingertipp auf die Einstellungen führt in ein stark angepasstes Einstellungsmenü und von hier aus weiter in die „richtigen“ Einstellungen von Android. Hier bekommt man zum ersten Mal Googles natives Android zu Gesicht. Auch der Play Store lässt sich ansteuern. Man hat also vollen Zugriff auf alle smarten Funktionen von Android, wenn man möchte.

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Die Gigaset-Benutzeroberfläche mit großen und kontrastreichen Symbolen und Schriften ist gut auf die Zielgruppe abgestimmt.© connect/Hersteller

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Die Benutzerführung ist durchdacht und gut für ältere Menschen angepasst. Nur an der Schnittstelle zum Android-System hat Gigaset die Übergänge nicht immer elegant gelöst. Ein Beispiel: Um eine WLAN-Verbindung aufzubauen, muss man die Gigaset-Benutzeroberfläche verlassen. Vorgeschaltet ist allerdings eine warnendes Bestätigungsfenster mit dem Hinweis auf möglichen Datenverlust (“Wollen Sie wirklich…”), das jeden unerfahrenen Nutzer vor Schreck zusammenzucken lässt.

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Technisch nicht ganz auf der Höhe

Die Hardware ist am GS4 orientiert – und damit für ein 300-Euro-Smartphone Ende 2021 nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Das mehr als zwei Jahre alte SoC MediaTek Helio P70 reicht zwar, um die kontrastreiche Gigaset-Benutzeroberfläche flüssig abzubilden, nicht aber für grafisch aufwändige Apps und Spiele. Das Display ist nicht besonders leuchtstark, bietet aber mit seiner Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel eine solide Darstellung. „Solide“ ist auch das passende Adjektiv für das Kamerasystem: Gigaset setzt rückseitig auf eine Dreifachkombination mit Ultraweitwinkel (5 Megapixel), Weitwinkel (16 Megapixel) und Makroobjektiv (2 Megapixel). Das Weitwinkel macht in einer hellen Umgebung gute Schnappschüsse. Die Kameravorschau ist mit großen Symbolen und einfachem Aufbau gut für die Zielgruppe angepasst.

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Das Gigaset GS4 Senior ist nahezu identisch mit dem normalen GS4. Neu hinzugekommen ist unter anderem ein magnetischer USB-C-Adapter, der das Einstecken zum Aufladen noch einfacher macht.© connect

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Beim Akku hat Gigaset Asse im Ärmel

Der 4.300 mAh starke Akku liefert gute Laufzeiten: Im synthetischen Laufzeit-Test von PCMark werden mehr als 9 Stunden erreicht. Das liegt auf einer Linie mit dem GS4 und dem GS5 und bedeutet gutes Mittelfeld – anderthalb Tage ohne Nachladen sind möglich.

Wie bei GS4 und GS5 hat der Nutzer auch beim Senior-Modell die Möglichkeit, den Akku selbst zu wechseln, dafür lässt sich die Rückseite komplett vom Gerät abziehen. Allerdings ist es nicht so einfach wie beim GS5, es müssen Kontakte und Klebefolien gelöst werden. Ein Ersatzakku kostet 25 Euro im Gigaset-Shop.

Auch die Einstellungen zur Batteriekapazität bleiben technisch versierten Nutzern vorbehalten. Sie können, wenn sie in die Android-Einstellungen wechseln, den Ladegrenzwert selbst festlegen und damit die Akku-Lebensdauer verlängern. Ab Werk ist der Ladegrenzwert bei 90 Prozent eingestellt, was einen guten Kompromiss zwischen Laufzeit und Lebensdauer darstellt.

Nachgeladen wird entweder über das mitgelieferte USB-C-Netzteil (nur 10 Watt) oder kabellos. Wenn eine entsprechende Ladematte vorhanden ist, dann sind bis zu 15 Watt möglich. Gigaset bietet hier ein starkes Alleinstellungsmerkmal – in der Preisklasse um 300 Euro gibt es keinen anderen Hersteller, der Wireless Charging unterstützt.

Eine weitere Besonderheit ist der magnetische USB-C-Adapter, der zwischen Netzkabel und Buchse sitzt. Er soll das Anstöpseln für ältere Menschen vereinfachen. Aber dieser Adapter ragt unten immer einen halben Zentimeter heraus und stört bei der Smartphone-Nutzung. Gut, dass er optional ist.

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Fazit: Optimal auf die Zielgruppe abgestimmt

Aus einer technischen Perspektive kann das GS4 Senior nicht mit anderen Smartphones in dieser Preisklasse mithalten. Aber viele Senioren könnten das Potential zum Beispiel eines Xiaomi Poco M4 Pro gar nicht ausreizen. Sie sind mit einem GS4 Senior besser beraten. Das bietet neben einer ausreichenden technischen Basis eine angepasste Benutzeroberfläche und es lässt sich – das entsprechende Zubehör vorausgesetzt – sehr bequem kabellos aufladen. Zudem bietet es bei Bedarf den vollen Funktionsumfang der Android-Plattform. Von uns gibt es dafür eine klare Empfehlung.

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Gigaset GS4 Senior connect Check-Siegel© connect

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Gigaset GS4 Senior technische DatenPreis und Speicher: 279 Euro mit 4/64 GBFarben: Schwarz, WeißGröße und Gewicht: 157 x 75 x 10 Millimeter und 206 GrammSoC: Mediatek Helio P70 mit max. 2,1 GHzDisplay: LCD mit 6,3 Zoll und 2340 x 1080 PixelHauptkamera: Ultraweitwinkel mit 5 MP, Weitwinkel mit 16 MP, Makroobjektiv mit 2 MPFrontkamera mit 13 MPKonnektivität: 4G, WiFi 5, Bluetooth 5.0, USB-C, 3,5 mm KlinkeSteckplatz für microSD und Nano-SIMAkku mit 4.300 mAh und Wireless ChargingSystem Android 10Besonderheiten: austauschbarer Akku

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